Hanna aus Hollabrunn


Die neue Frau Bundesministerin für Inneres heißt also Johanna Mikl-Leitner. Auf die (nach dem Familiengeschäft der Baumaterialgewinnung) von Freund und Feind gerne leicht despektierlich „Schotter-Mizzi“ genannte Maria Fekter folgt also eine, die Freundinnen und Freunde angeblich „Hanna“ rufen. Diese Frau ist nun für die österreichische Transgender-Community in naher Zukunft entscheidend.

Denn es liefen in jüngster Vergangenheit Sondierungen, ob die höchstgerichtlichen Entscheidungen den Personenstandswechsel von Transsexuellen betreffend (nebst der einen oder anderen flankierenden verfahrensrechtlichen Frage) nicht in allseits akzeptierter Weise gesetzlich verankert werden könnten.

Nach dem Wechsel von Frau Fekter zum „wahren Schotter“ (sie wird an die Spitze des Finanzministeriums befördert und damit die bis dato mächtigste Frau in der Geschichte der Republik) hängt das nun alles in der Luft. Politische Verhandlungen dieses Zuschnitts und dieser (untergeordneten) Bedeutung werden in der Regel mit Fachbeamt/inn/en und Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern des „Kabinetts“ (das ist der persönliche Stab einer Ministerin oder eines Ministers) geführt. Das Kabinett wird nun wohl großteils ausgetauscht, und damit steht einmal alles, denn wer möchte schon als politisch denkender Kabinettsmensch gleich in Woche eins einen Deal mit Interessengruppen machen, die so mancher in konservativen Kreisen immer noch eher mit der Kneifzange anfassen möchte?

Nein, das Thema „Transgender“ ist in der Herrengasse zumindest für ein paar Wochen vom Tisch.

Und die neue Frau Bundesminsterin, Frau Magistra rer. soc. oec. Johanna „Hanna“ Mikl-Leitner? Ihr sagt man Klugheit aber auch Härte und eine gewisse Neigung zum Sarkasmus nach. Politisch gilt sie als Schöpfung des mächtigen ÖVP-Landeshauptmanns von Niederösterreich, Erwin Pröll, der sein Bundesland noch im Stil eines aufgeklärten Feudalfürsten zu verwalten pflegt. Ideologisch ist sie schwerer einzuordnen als der neue Vizekanzler. Sie kommt wohl auch aus dem ÖAAB, hat im Schuldienst, als Verlagsmanagerin, Unternehmensberaterin und berufsmäßige Parteifunktionärin gearbeitet, war Abgeordnete zum Nationalrat und ist (noch) Mitglied der niederösterreichischen Landesregierung (zuständig für Soziales und Familien). Man wird sehen, wie sie mit dem komplizierten und politisch nicht einfärbigen Beamtenapparaten der Sicherheitsbehörden und des Korps der Bundespolizei zurechtkommt.

Und so sind wir denn nun in Hannas, der HAK-Lehrerin aus Hollabrunn und Großharras Händen….da freut sich auch nur die Dichterin in mir, die gern mit Stabreimen jongliert! 😉

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